Im Naturdenkmal Kappentobel befinden sich feuchte, saure Wiesen, durchflossen von einem kleinen Bach, der umsäumt ist von (Kopf-)Weiden und umgeben von artenarmen Streuwiesen, deren Mähgut einst als Stall-Einstreu genutzt wurde. Diese Hochstaudenflur mit Nelkengewächsen, Mädesüß, Blutweiderich uvm. bietet Kleintieren (Amphibien, Insekten usw.) einen idealen Lebensraum.
Nachdem Ende 1985 Schwemm-Mist in diesem sensiblen Bereich entdeckt wurde und dieser zu hohe Nährstoffeintrag dem Biotop auf Dauer geschadet hätte, erklärte sich der Schwäbische Albverein OG Süßen bereit, die Pflege der sauren Wiesen zu übernehmen. Seitdem (seit 1986) finden alljährlich Pflegeeinsätze dort statt.
Am Samstag, dem 10. Oktober 2026, wurde wieder zu diesem Pflegeeinsatz eingeladen. Der Pflegetrupp des Schwäbischen Albvereins hatte die Feuchtwiesen gemäht und das Mähgut geschwadet, das nun weggeräumt werden musste.
Trotz des Dauerregens hatten sich vierzehn Helfer im Kappentobel eingefunden, um das Mähgut wegzuräumen. Im Bereich südlich des ausgetrockneten Bachgrabens konnte man aufgrund der diesjährigen Trockenheit mit dem Traktor nahe an die Schwaden fahren. Mit Gabeln wurde das Gras auf kurzem Weg auf den Frontlader geladen und dann zum Ladewagen gefahren. Auf der nördlichen Seite des Grabens musste man, wie immer, das Mähgut auf Planen schichten und diese dann hoch auf trockeneres Gelände ziehen, wo es dann ebenfalls vom Frontlader aufgenommen wurde.
Im Lauf des Vormittags traf auch die Familiengruppe ein, die den Geigenweg hochgewandert war, wobei die Kinder unterwegs Aufgaben erledigen mussten. Mit großem Elan wurden die bereitgelegten Kinderrechen in die Hände genommen und eifrig wurde das Gras zusammengerecht.
Nachdem sich alle Mitarbeitenden und die hinzugekommenen Gäste mit Leberkäsbroten und Getränken gestärkt hatten, konnte Vorstand Bernd Lutz aus Anlass des 40jährigen Jubiläumseinsatzes u.a. den stellvertretenden Bürgermeister Wolfgang Bühler begrüßen, außerdem Stadträtin Petra Wagner, die Naturschutzbeauftragte der Stadt Süßen, Stefanie Krause, und den Vorsitzenden des Nabu, Wolfgang Jakob. Bernd Lutz erläuterte in kurzen Worten die Beweggründe für diese Aktion: Dieses artenreiche Feuchtgebiet mit Nasswiesen, Quellbereichen und Weidengebüschen zu erhalten und weiterhin zu pflegen und damit auch die Artenvielfalt zu fördern. Der stv. Bürgermeister Wolfgang Bühler bedankte sich bei der SAV-Ortsgruppe für diese jahrzehntelange ehrenamtliche Arbeit im Bereich Naturschutz und auch Stefanie Krause betonte, wie wichtig solche Maßnahmen sind. Zu guter Letzt erfuhren die Kinder die Ergebnisse ihrer Aufgaben und konnten sich kleine Geschenke aussuchen.







